- AST: Def::Type mit Ctors; Term::Ctor (Konstruktion) und Term::Match
mit Arm/Pattern. Patterns: Wild, Var, Lit, Ctor { ctor, fields } —
Sub-Patterns im MVP auf Var/Wild beschränkt.
- Typchecker: Type-Registry, ctor_index für O(1)-Resolution, Pattern-
Bindings, Exhaustiveness-Check gegen volle Konstruktormenge plus
Negativ-Tests.
- Codegen: Boxed-Heap-Layout via malloc; Tag in Offset 0, Felder ab
Offset 8 in 8-Byte-Slots. Match lowert zu load tag + switch + Phi
am Join. Default-Block ist unreachable, wenn vom Typchecker geprüft.
- examples/list.ail.json: rekursive Int-Liste mit sum_list via match.
E2E-Test + Exhaustiveness-Tests. 19/19 Tests grün.
Co-Authored-By: Claude Opus 4.7 (1M context) <noreply@anthropic.com>
5.5 KiB
JOURNAL
Chronologische Notizen für mich. Nicht jede Änderung; nur Entscheidungen, Hindernisse, Beobachtungen, die zukünftige Iterationen brauchen.
2026-05-07 — Tag 0
- Repo initialisiert. Auftrag in
CLAUDE.md: LLM-native Sprache, LLVM-Backend. - Designentscheidungen festgehalten in
docs/DESIGN.md. - Toolchain:
rustc 1.94,llvm-config 22.1.3,clangvorhanden. - Entschieden gegen
inkwellzugunsten LLVM-IR-Text-Emit. Begründung im DESIGN.md. - Workspace-Layout:
crates/ailang-core— AST, Type, Hash, JSON-Schemacrates/ailang-check— Typchecker (kommt später)crates/ailang-codegen— Lowering + LLVM IR Emitcrates/ail— CLI
- MVP-Ziel:
examples/sum.ail.json→ Binary, das 55 druckt. Erreicht.
2026-05-07 — Architektur-Review nach MVP
Wieder am Pfad? Im Großen ja. Konkrete Beobachtungen:
Was hält:
- JSON-AST + canonical form + content-hash sind alle Lego-Steine, auf denen
spätere Tools ohne Refactor aufsetzen können (
ail deps,ail diff). - LLVM-IR-Text-Pipeline arbeitet wie geplant. Keine libllvm-Versionsschmerzen.
- Effekt-Set ist im Typsystem von Anfang an verbaut. Erweiterbar zu row-poly, ohne den Kern zu ändern.
Schulden, die Zinsen tragen:
current_block_label_for_phiist eine Heuristik (siehe codegen). Bei verschachteltenif-Termen wird sie das falsche Block-Label zurückgeben, weil sie rückwärts den Body scannt. Tickend, weil keine Test-Fälle das bisher triggern. Muss als nächstes fixiert werden, bevor neue Sprachfeatures dazu kommen.- Kein typed-AST. Codegen liest direkt das Quell-AST und verlässt sich darauf, dass der Typchecker vorher lief. Für MVP OK; sobald ADTs oder Closures dazukommen, brauche ich eine getrennte typisierte IR-Stufe (TIR).
hash-Feld ist nicht im AST. Aktuell hashen wir das Def-Objekt direkt. Wenn ich Hashes später als Felder mitserialisiere (Caching), muss der Hash das Feld vor der Berechnung ausschließen.
Plan Iteration 2 (jetzt):
- Block-Label-Tracking sauber machen, verschachteltes-if-Test.
- Strings als Literal +
io/print_str. - Hello-world-Beispiel als zweiten E2E-Test.
- CLI:
--json-Output für maschinelle Konsumenten überall, wo es passt.
Plan Iteration 3:
ADTs + Pattern Matching. Das ist der nächste große Sprung. Erfordert typisierte IR-Stufe (TIR), weil Pattern Matching zu Decision-Trees lowered wird, was eine andere Form ist als der AST.
2026-05-07 — Iteration 2 fertig
- Block-Label-Tracking robust (verschachtelte
ifs funktionieren). Testmax3_picks_largestschützt das. - Strings als
Lit::Str { value }, TypeStr-> LLVMptr, mitio/print_strEffekt-Op.examples/hello.ail.jsondruckt einen String. - CLI:
manifest --json,builtins --jsonfür Tool-Konsumenten. ail deps [--of NAME] [--json]listet Aufruf-Edges. Effekt-Ops sind alseffect:NAMEmarkiert, damit ein Konsument sie filtern kann.
Architektur-Check: Keine strukturellen Abweichungen. Codegen liest noch direkt das Quell-AST (TIR-Stufe wird mit ADTs in Iteration 3 nötig).
2026-05-07 — Iteration 3 fertig: ADTs
- TypeDef im AST mit Ctors. Ein Ctor hat
nameundfields: [Type...]. - Term::Ctor (Konstruktion) und Term::Match (Pattern Matching).
- Patterns:
Wild,Var,Lit,Ctor { ctor, fields }. Im MVP sind nested Ctor-Patterns NICHT erlaubt — Sub-Patterns müssenVaroderWildsein. - Typchecker mit Type-Registry und
ctor_index(ctor-name → ADT). Im Match wird Exhaustiveness gegen die volle Konstruktormenge geprüft. Negativ-Test schützt das. - Codegen: Boxed-Heap-Layout. Pro Ctor-Anwendung
malloc(8 + 8*n)Bytes; Tag in offset 0, Felder ab offset 8 (8-Byte-Slots, native typed load/store). Match: load tag + switch + arm-blocks + phi am Join. examples/list.ail.json(Cons/Nil-Liste, sum_list über match) liefert 42.
Erstaunlich problemlos. Die Architekturentscheidungen aus Tag 0 haben sich ausgezahlt: opaque ptr in LLVM 22 macht Boxed-Layout fast ohne Glue-Code möglich; das Effekt-Tracking blieb von ADTs unberührt; der JSON-AST nimmt neue Knoten-Typen sauber auf.
Gewachsene Schulden:
- Codegen liest immer noch direkt den Quell-AST. Die Versuchung war stark, ohne TIR weiterzumachen — und hat funktioniert, weil meine Match-Restriktionen flach sind (keine nested Patterns). Sobald nested Patterns kommen, braucht es ein Decision-Tree-Lowering, das ohne TIR nicht sauber wird. Schulden anerkannt; nicht jetzt fällig.
- Kein GC. Heap leakt. Akzeptabel für Demo-Programme; muss vor jedem längerläufigen Programm angegangen werden. Optionen für Phase 4: Refcount, Boehm-GC-Linkage, Region-Inference.
- Pretty-Printer für ADT-Werte zur Laufzeit fehlt.
io/print_intreicht für Demos, aber ein generischesshow :: a -> Strfür ADTs wäre wertvoll. Erfordert dispatch über tag — machbar, aber nicht jetzt.
Plan Iteration 4:
Die nächsten Schritte sind weniger eindeutig. Drei Kandidaten in Prioritätsreihenfolge:
- Modulsystem (Imports). Aktuell ist alles in einem Modul. Mit mehreren Modulen + Cross-Module-Hashing wird die Sprache erst praktikabel für mehrere Defs.
- Strukturierte Fehlerausgabe (
ail check --json). Damit Tools auf Typfehler reagieren können, ohne Text zu parsen. - Closures / höherwertige Funktionen. Erfordert Closure-Konvertierung und ist ein größerer Schritt.
Iteration 4 wird (1) + (2) — beides macht das LLM-Tooling stärker und hat moderates Risiko.