Architekt-Befund umgesetzt: Iter-4-Eintrag dokumentiert die drei Sub-Commits (4a/4b/4c), den Test-Stand von 28, das Schließen der Iter-2-Block-Tracking-Schuld und die zwei neuen Schulden (single-shot check_module, hartkodiertes source_filename). Iter-5-Plan steht: Modulsystem zuerst, Multi-Diagnose-Refactor danach.
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JOURNAL
Chronologische Notizen für mich. Nicht jede Änderung; nur Entscheidungen, Hindernisse, Beobachtungen, die zukünftige Iterationen brauchen.
2026-05-07 — Tag 0
- Repo initialisiert. Auftrag in
CLAUDE.md: LLM-native Sprache, LLVM-Backend. - Designentscheidungen festgehalten in
docs/DESIGN.md. - Toolchain:
rustc 1.94,llvm-config 22.1.3,clangvorhanden. - Entschieden gegen
inkwellzugunsten LLVM-IR-Text-Emit. Begründung im DESIGN.md. - Workspace-Layout:
crates/ailang-core— AST, Type, Hash, JSON-Schemacrates/ailang-check— Typchecker (kommt später)crates/ailang-codegen— Lowering + LLVM IR Emitcrates/ail— CLI
- MVP-Ziel:
examples/sum.ail.json→ Binary, das 55 druckt. Erreicht.
2026-05-07 — Architektur-Review nach MVP
Wieder am Pfad? Im Großen ja. Konkrete Beobachtungen:
Was hält:
- JSON-AST + canonical form + content-hash sind alle Lego-Steine, auf denen
spätere Tools ohne Refactor aufsetzen können (
ail deps,ail diff). - LLVM-IR-Text-Pipeline arbeitet wie geplant. Keine libllvm-Versionsschmerzen.
- Effekt-Set ist im Typsystem von Anfang an verbaut. Erweiterbar zu row-poly, ohne den Kern zu ändern.
Schulden, die Zinsen tragen:
current_block_label_for_phiist eine Heuristik (siehe codegen). Bei verschachteltenif-Termen wird sie das falsche Block-Label zurückgeben, weil sie rückwärts den Body scannt. Tickend, weil keine Test-Fälle das bisher triggern. Muss als nächstes fixiert werden, bevor neue Sprachfeatures dazu kommen.- Kein typed-AST. Codegen liest direkt das Quell-AST und verlässt sich darauf, dass der Typchecker vorher lief. Für MVP OK; sobald ADTs oder Closures dazukommen, brauche ich eine getrennte typisierte IR-Stufe (TIR).
hash-Feld ist nicht im AST. Aktuell hashen wir das Def-Objekt direkt. Wenn ich Hashes später als Felder mitserialisiere (Caching), muss der Hash das Feld vor der Berechnung ausschließen.
Plan Iteration 2 (jetzt):
- Block-Label-Tracking sauber machen, verschachteltes-if-Test.
- Strings als Literal +
io/print_str. - Hello-world-Beispiel als zweiten E2E-Test.
- CLI:
--json-Output für maschinelle Konsumenten überall, wo es passt.
Plan Iteration 3:
ADTs + Pattern Matching. Das ist der nächste große Sprung. Erfordert typisierte IR-Stufe (TIR), weil Pattern Matching zu Decision-Trees lowered wird, was eine andere Form ist als der AST.
2026-05-07 — Iteration 2 fertig
- Block-Label-Tracking robust (verschachtelte
ifs funktionieren). Testmax3_picks_largestschützt das. - Strings als
Lit::Str { value }, TypeStr-> LLVMptr, mitio/print_strEffekt-Op.examples/hello.ail.jsondruckt einen String. - CLI:
manifest --json,builtins --jsonfür Tool-Konsumenten. ail deps [--of NAME] [--json]listet Aufruf-Edges. Effekt-Ops sind alseffect:NAMEmarkiert, damit ein Konsument sie filtern kann.
Architektur-Check: Keine strukturellen Abweichungen. Codegen liest noch direkt das Quell-AST (TIR-Stufe wird mit ADTs in Iteration 3 nötig).
2026-05-07 — Iteration 3 fertig: ADTs
- TypeDef im AST mit Ctors. Ein Ctor hat
nameundfields: [Type...]. - Term::Ctor (Konstruktion) und Term::Match (Pattern Matching).
- Patterns:
Wild,Var,Lit,Ctor { ctor, fields }. Im MVP sind nested Ctor-Patterns NICHT erlaubt — Sub-Patterns müssenVaroderWildsein. - Typchecker mit Type-Registry und
ctor_index(ctor-name → ADT). Im Match wird Exhaustiveness gegen die volle Konstruktormenge geprüft. Negativ-Test schützt das. - Codegen: Boxed-Heap-Layout. Pro Ctor-Anwendung
malloc(8 + 8*n)Bytes; Tag in offset 0, Felder ab offset 8 (8-Byte-Slots, native typed load/store). Match: load tag + switch + arm-blocks + phi am Join. examples/list.ail.json(Cons/Nil-Liste, sum_list über match) liefert 42.
Erstaunlich problemlos. Die Architekturentscheidungen aus Tag 0 haben sich ausgezahlt: opaque ptr in LLVM 22 macht Boxed-Layout fast ohne Glue-Code möglich; das Effekt-Tracking blieb von ADTs unberührt; der JSON-AST nimmt neue Knoten-Typen sauber auf.
Gewachsene Schulden:
- Codegen liest immer noch direkt den Quell-AST. Die Versuchung war stark, ohne TIR weiterzumachen — und hat funktioniert, weil meine Match-Restriktionen flach sind (keine nested Patterns). Sobald nested Patterns kommen, braucht es ein Decision-Tree-Lowering, das ohne TIR nicht sauber wird. Schulden anerkannt; nicht jetzt fällig.
- Kein GC. Heap leakt. Akzeptabel für Demo-Programme; muss vor jedem längerläufigen Programm angegangen werden. Optionen für Phase 4: Refcount, Boehm-GC-Linkage, Region-Inference.
- Pretty-Printer für ADT-Werte zur Laufzeit fehlt.
io/print_intreicht für Demos, aber ein generischesshow :: a -> Strfür ADTs wäre wertvoll. Erfordert dispatch über tag — machbar, aber nicht jetzt.
Plan Iteration 4:
Die nächsten Schritte sind weniger eindeutig. Drei Kandidaten in Prioritätsreihenfolge:
- Modulsystem (Imports). Aktuell ist alles in einem Modul. Mit mehreren Modulen + Cross-Module-Hashing wird die Sprache erst praktikabel für mehrere Defs.
- Strukturierte Fehlerausgabe (
ail check --json). Damit Tools auf Typfehler reagieren können, ohne Text zu parsen. - Closures / höherwertige Funktionen. Erfordert Closure-Konvertierung und ist ein größerer Schritt.
Iteration 4 wird (1) + (2) — beides macht das LLM-Tooling stärker und hat moderates Risiko.
2026-05-07 — Workflow-Wechsel: Orchestrator + Agent-Repo
Auf Anregung des Auftraggebers Wechsel auf Orchestrator-Modus: ich delegiere abgrenzte Implementierungs-Brocken an Sub-Agenten und behalte nur Architektur-Entscheidungen, Reviews und Commit-Disziplin. Vier spezialisierte Agenten formuliert: implementer, architect, tester, debugger.
Wichtige Korrektur: Auftraggeber hat verlangt, dass die Agenten nicht
in .claude/agents/ versteckt liegen, sondern als sichtbarer Bestandteil
des Projekts unter agents/ versioniert werden. DESIGN.md hat einen neuen
Abschnitt "Projekt-Ökosystem" bekommen, der das festhält: AILang ist nicht
nur eine Sprache, sondern Sprachkern + CLI + Examples + Agents + Doku +
Tests, alle gleichwertig.
Aufruf-Schema: System-Prompt-Body aus agents/<name>.md als Präfix vor
die konkrete Aufgabe + an general-purpose-Agent. Funktional identisch
zum Subagent-Loading aus .claude/agents/, aber sichtbar im Repo.
Plan Iteration 4 (überarbeitet):
Modulsystem ist aufwändiger als erwartet (Cross-Module-Hashing, Import-Resolution). Erst die kleineren Tooling-Wins ziehen, dann das Modulsystem als Iteration 5:
- Strukturierte Fehlerausgabe (
ail check --jsonmit Diagnostic- Struct, stabile Codes wieunbound-var,type-mismatch). ail diff <a> <b>— semantischer Modul-Diff via Hash-Vergleich pro Def.- IR-Snapshot-Tests — Regressions-Schutz für die Codegen-Pipeline.
2026-05-07 — Iteration 4 fertig: LLM-Tooling-Konsolidierung
Drei Sub-Commits, jeder von einem ailang-implementer-Aufruf erzeugt
und stichprobenartig vom Orchestrator verifiziert:
93fe723Iter 4a:ail check --jsonmitDiagnostic-Struct (severity,code,message,def,ctx). Stabile Codes:unbound-var,type-mismatch,arity-mismatch,non-exhaustive-match,unknown-ctor,unknown-ctor-in-pattern,nested-ctor-pattern-not-allowed,duplicate-def,unknown-effect-op,unknown-type,schema-mismatch. API:check_module(&Module) -> Vec<Diagnostic>.c652b12Iter 4b:ail diff <a> <b> [--json]als struktureller Top- Level-Def-Diff via BLAKE3-Hash. Vier Kategorien (added/removed/ changed/unchanged), alphabetisch sortiert, Exit-Code 1 bei Diff.74a2005Iter 4c: IR-Snapshot-Tests incrates/ail/tests/snapshots/{sum,max3,hello,list}.ll. Normalisierung vontarget triple. Update viaUPDATE_SNAPSHOTS=1 cargo test ir_snapshot_. Mismatch erzeugt.actual-Datei.
Test-Stand: 28 (vorher 19). 7 E2E + 4 IR-Snapshot + 9 ailang-check + 1 ailang-codegen + 7 ailang-core.
Erledigt aus dem Schulden-Register:
- Block-Tracking im Codegen ist seit Iter 2 kein Heuristik-Risiko mehr;
die explizite
current_block: String-Spur wurde durch Iter 4c jetzt zusätzlich von Snapshot-Tests gegen Regression geschützt. Schuld geschlossen.
Neue / präzisierte Schulden:
check_moduleist single-shot — der erste Fehler bricht ab, kein Multi-Diagnose-Sammeln. Spec war so, aber das Format suggeriert Vec-Semantik. Echter Multi-Diagnose-Refactor wird billiger, sobald TIR existiert (zentraler Fehler-Akku durch separate Stufe). Nicht jetzt fällig.source_filenameim IR ist hartkodiert auf"<module>.ail". Solange es nur ein Top-Level-Modul gibt, plattform-stabil. Mit Iter 5 (Modulsystem + Imports) wird der Pfad relevant — dort gleich beim Bau pfad-unabhängig halten, sonst kippen die Snapshots.
Plan Iteration 5: Modulsystem mit Imports. Cross-Module-Hashing,
Import-Auflösung, mehrere .ail.json-Files in einem Build. Multi-
Diagnose-Refactor erst danach.