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# Projektplan: Refactoring der Compiler-Phasen
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*Datum: 01.11.2025 16:30*
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## Motivation
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Der aktuelle Compiler-Monolith (`TAstBinder`) wurde erfolgreich in logische Phasen aufgeteilt (Expand, Bind, TypeCheck, Lower, TCO). Dabei ist ein schwerwiegendes technisches Problem aufgetreten:
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Die `TAstTransformer`-Basisklasse (in `Myc.Ast.Visitor.pas`) zerstört die spezialisierten `TBound...Node`-Typen während der Transformation. Wenn eine spätere Phase (z.B. `TAstLowerer`) einen Baum transformiert, werden die `TBoundFunctionCallNode`s (aus Phase 2) fälschlicherweise in `TFunctionCallNode`s (Basis-Typ) zurückverwandelt. Dies führt zu Abstürzen beim `as`-Casting in der nachfolgenden Phase (`TAstTCO`).
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## Ziel
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Das System muss stabilisiert werden, indem der Typverlust im `TAstTransformer` behoben wird. Es gibt zwei konkurrierende Architekturen, um dieses Ziel zu erreichen.
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## Ergebnis: Lösungs-Pfade
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### Pfad 1: Pragmatische Lösung (Virtuelles Rebuild)
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Dieser Ansatz repariert den `TAstTransformer`, behält aber die bestehende (unsaubere) Datenstruktur bei.
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* **Strategie:** Wir behalten die "Gott-Objekt"-Knoten (`TBound...Node`), die Daten aus allen Phasen enthalten (`Address`, `StaticType`, `IsTailCall`). Wir reparieren den `TAstTransformer` (in `Myc.Ast.Visitor.pas`), indem wir virtuelle `Rebuild...`-Methoden (z.B. `RebuildFunctionCall`) einführen.
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* **Implementierung:** Die `Visit...`-Methoden des Transformers rufen nicht mehr `TAst.FunctionCall` auf, sondern `Self.RebuildFunctionCall`. Alle unsere Phasen (Binder, Lowerer, TCO) überschreiben diese `Rebuild...`-Methoden und stellen sicher, dass der korrekte `TBound...Node`-Typ (unter Beibehaltung der Metadaten) neu erstellt wird.
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* **Pro:**
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* **Schnell:** Behebt den Absturz mit minimalem Eingriff.
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* **Wenig Code:** Die Phasen müssen weiterhin nur die `Visit...`-Methoden überschreiben, die sie tatsächlich interessieren.
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* **Contra:**
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* **Architektur:** Die Datenstruktur bleibt "schmutzig". Implementierungsdetails bluten weiterhin durch (z.B. muss der `TAstBinder` (Phase 2) das Feld `IsTailCall` (Phase 5) initialisieren).
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### Pfad 2: Saubere Architektur (Staged Data Layers)
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Dieser Ansatz definiert für jede Phase eine eigene, unveränderliche Datenstruktur.
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* **Strategie:** Wir verwerfen den `TAstTransformer`. Jede Compiler-Phase (Binder, TypeChecker, ...) wird ein reiner `IAstVisitor`.
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* **Implementierung:**
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1. `TAstBinder` (Phase 2) konsumiert `IAstNode` und produziert `IBoundNode` (enthält *nur* `Address`, `IsBoxed`).
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2. `TTypeChecker` (Phase 3) konsumiert `IBoundNode` und produziert `ITypedNode` (enthält *zusätzlich* `StaticType`).
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3. (usw. für Lowering und TCO)
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* Die neuen Knoten (`TBoundNode`, `TTypedNode`) nutzen Aggregation und das `implements`-Schlüsselwort, um die Basis-Schnittstellen (z.B. `IIdentifierNode`) an den aggregierten Knoten der Vor-Phase zu delegieren.
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* **Pro:**
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* **Architektur:** Typsicher und sauber. Keine "blutenden" Implementierungsdetails. Daten sind zwischen den Phasen unveränderlich (immutable).
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* **Robust:** Die Fehlerklasse (`as`-Cast-Fehler) wird eliminiert.
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* **Contra:**
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* **Aufwand:** Ein massives Refactoring.
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* **Boilerplate:** Jede Phase (Binder, TypeChecker, ...) muss *alle* 20+ `Visit...`-Methoden implementieren, um den Baum von Typ `A` in Typ `B` zu überführen, selbst wenn 19 davon nur "Durchreicher" sind.
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## TODO (Nächste Schritte für Pfad 1)
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Gemäß deiner Entscheidung probieren wir **Pfad 1**.
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1. **`Myc.Ast.Visitor.pas` (`TAstTransformer`)**:
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* `VisitFunctionCall`, `VisitLambdaExpression`, `VisitVariableDeclaration` und `VisitRecordLiteral` (die Knoten, die `TBound...`-Typen haben) so umbauen, dass sie `virtual Rebuild...`-Methoden aufrufen.
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2. **`Myc.Ast.Binding.pas` (`TAstBinder`)**:
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* `Rebuild...`-Methoden überschreiben, um `TBound...Node`-Instanzen zu erzeugen (und `IsTailCall=False` zu setzen).
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3. **`Myc.Ast.Lowering.pas` (`TAstLowerer`)**:
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* `Rebuild...`-Methoden überschreiben, um `TBound...Node`-Instanzen zu erhalten (und `IsTailCall` vom Original zu kopieren).
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4. **`Myc.Ast.Compiler.TCO.pas` (`TAstTCO`)**:
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* `RebuildFunctionCall` überschreiben, um den `IsTailCall`-Status basierend auf dem `FIsTailStack` korrekt zu setzen.
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## 📝 Projektplan: Refactoring der AST-Visualisierung (Architekturfokus)
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**Datum und Uhrzeit:** 03.11.2025 09:02:21
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### 💡 Motivation: Entkopplung und Skalierbarkeit
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Die **aktuelle Implementierung** des AST Visualisierers in FireMonkey basiert auf einem Design mit **starker Kopplung** zwischen der **semantischen Logik** (Layout-Anordnung) und der **visuellen Darstellung** (Farben, Rahmen). Dies äußert sich in:
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1. **Visuelle Inflexibilität:** Die `TAuraNode.Paint`-Methode verwendet **Custom Drawing**, was die zentrale Steuerung visueller Eigenschaften (z.B. für einen Dark Mode oder Branding) über FMX Style-Dateien unmöglich macht.
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2. **Architektonische Starrheit:** Die Ableitung einer FMX-Control-Klasse (`TAuraXxxNode`) für jeden AST-Knotentyp ist ein Verstoß gegen das **Open/Closed Principle** und macht die Einführung neuer Knotentypen unnötig aufwendig.
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Ziel des Refactorings ist die Trennung dieser Bedenken, um ein robustes, skalierbares System zu schaffen.
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### 🏛️ Architektur: Strategisches Schichtenmodell
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Die neue Architektur ersetzt die Vererbung durch **Komposition** und verteilt die Verantwortung auf drei Schichten:
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#### 1. FMX Style Aggregation (Visuelle Schicht)
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Diese Schicht übernimmt die komplette **visuelle Gestaltung** des äußeren Rahmens.
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* **`TAuraNode` (Control Shell):** Dient als generisches FMX-Control-Grundgerüst. Es erbt von `TStyledControl` und verwendet ein **Style-Lookup** basierend auf dem AST-Knotentyp (`constantstyle`, `ifexpressionstyle`, etc.).
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* **Visuelle Eigenschaften:** Eigenschaften wie `BackgroundColor`, `BorderWidth` etc. sind nicht länger Felder in `TAuraNode`. Stattdessen werden sie über die **FMX Style Accessoren** (`GetStyleProperty`/`SetStyleProperty`) direkt in der geladenen FMX Style-Datei gespeichert und gelesen.
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* **Style-Bindung:** Die `ApplyStyle`-Methode findet das primäre Style-Element (`TRectangle` mit `StyleName='background'`) und wendet die Style-Eigenschaften (Farbe, Dicke, Radius) auf dieses Element an, wodurch das Custom Drawing in `Paint` obsolet wird.
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#### 2. Logik-Aggregation (`INodeViewModel` / Semantische Schicht)
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Dieses Aggregat kapselt die gesamte Knoten-spezifische Logik (was einen `if`-Knoten von einem `lambda`-Knoten unterscheidet).
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* **`INodeViewModel`:** Das zentrale **Strategie-Interface**. Es definiert die Schnittstellen **`Setup(HostNode, ...)`** zur Erstellung des Layouts und **`CreateAst(HostNode)`** zur Rekonstruktion des AST-Knotens aus dem visuellen Zustand.
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* **`TNodeViewModelRegistry`:** Eine Factory-Klasse, die zur Laufzeit das korrekte `INodeViewModel`-Objekt (z.B. `TIfExpressionViewModel`) basierend auf dem `TAstNodeKind` des aktuellen Knotens instanziiert.
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* **`TNodeViewModelBase`:** Bietet Helfer-Methoden (`AddLabel`, `AddExpr` mit Rekursion), die es der `Setup`-Methode ermöglichen, das semantische Layout (z.B. die vertikale Anordnung von "if", "then" und "else" Labels und Kind-Knoten) zu erstellen, ohne FMX-Interna zu duplizieren.
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#### 3. Ergebnis (Zusammenfassung)
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Die Architektur trennt die **statische visuelle Gestaltung** (FMX Style) von der **dynamischen Layout-Logik** (`INodeViewModel`). Die generische Klasse `TAuraNode` wird zum Host, der die visuelle Schicht steuert und die Layout-Erstellung an die Logik-Schicht delegiert.
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