Planning static specialization
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# Monomorphisierung
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09.11.2025 19:10
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## Motivation
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Der aktuelle Compiler ist in seiner Optimierungsfähigkeit limitiert. Der `TAstLowerer`-Pass implementiert eine hartkodierte statische Spezialisierung ausschließlich für vordefinierte Operatoren (z.B. `(+)` -> `TBinaryExpressionNode`). Alle anderen Aufrufe, einschließlich der restlichen RTL (z.B. `Abs`) und sämtlicher benutzerdefinierter Funktionen, werden zur Laufzeit dynamisch über den `vkMethod`-Pfad aufgelöst. Dieser Pfad erfordert das Boxing von Werten in `TDataValue`-Wrapper und einen Scope-Lookup, was einen signifikanten Performance-Overhead darstellt, selbst wenn alle Typen zur Compile-Zeit bekannt wären.
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## Ziel
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Implementierung einer **hybriden Monomorphisierungsstrategie** zur Compile-Zeit. Das Ziel ist die Eliminierung des `vkMethod`-Overheads für *alle* Aufrufe, deren Callee und Argumenttypen statisch auflösbar sind.
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1. **Statische Spezialisierung:** Aufrufe an bekannte Funktionen (RTL oder User-Code) mit bekannten Argumenttypen werden zur Compile-Zeit an eine hochoptimierte, statisch gebundene Implementierung gemappt.
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2. **Dynamischer Fallback:** Aufrufe, die nicht statisch aufgelöst werden können (z.B. Higher-Order-Functions, bei denen der Callee aus einer Variable stammt), nutzen weiterhin den bestehenden `vkMethod`-Pfad.
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Diese Strategie macht die spezialisierten `TBinaryExpressionNode` und `TUnaryExpressionNode` sowie den `TAstLowerer`-Pass obsolet und ersetzt sie durch einen generalisierten und wesentlich leistungsfähigeren Mechanismus.
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## Ergebnis & Implementierungsplan
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### 1. Neuer AST-Knoten: `IStaticCallNode`
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Als Ersatz für `TBinaryExpressionNode` und zur Darstellung aller monomorphisierten Aufrufe wird `IStaticCallNode` in `Myc.Ast.Nodes` eingeführt.
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* Er ersetzt `IFunctionCallNode`, wenn ein Aufruf statisch gebunden werden kann.
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* Er speichert einen direkten Verweis auf die auszuführende Implementierung (z.B. einen Funktionspointer, eine Implementierungs-ID oder einen delegierten `TDataValue.TFunc`).
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* Er speichert die statisch bekannten Typen der Argumente und des Rückgabewerts.
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### 2. Neue Compiler-Phase: `TStaticSpecializer`
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Ein neuer `TAstTransformer` namens `TStaticSpecializer` wird implementiert. Er läuft *nach* dem `TTypeChecker` (Phase 3) und *ersetzt* den `TAstLowerer` (Phase 4).
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* **`VisitFunctionCall`-Logik:** Dies ist die Kernmethode.
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1. Sie prüft, ob der `Callee` des `IFunctionCallNode` ein `IIdentifierNode` ist (z.B. `+`, `Abs`, `my-func`).
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2. Sie prüft, ob *alle* Argumenttypen (`newArgs[i].StaticType`) statisch bekannt sind (d.h. nicht `stUnknown`).
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3. **Statischer Pfad (Ja):** Der `TStaticSpecializer` fragt den "Monomorphisierungs-Cache" nach einer spezialisierten Implementierung ab. Bei Erfolg ersetzt er den `IFunctionCallNode` durch einen `IStaticCallNode`.
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4. **Dynamischer Pfad (Nein):** Der `IFunctionCallNode` wird als Fallback beibehalten.
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### 3. Der Monomorphisierungs-Cache
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Der `TStaticSpecializer` verwaltet einen globalen Cache (z.B. `TDictionary`), der bereits spezialisierte Funktionen vorhält.
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* **Schlüssel:** `(Funktions-ID, TArray<IStaticType>)`.
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* *Funktions-ID*: Ein eindeutiger Bezeichner für den Callee (z.B. die `TResolvedAddress` der `def`-Deklaration oder ein Hash des `ILambdaExpressionNode`).
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* **Wert:** Die `IStaticCallNode`-Implementierungsdetails (z.B. der Funktionspointer).
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### 4. Cache-Miss-Strategie (Inlining & User-Code)
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Wenn der `TStaticSpecializer` einen statisch auflösbaren Aufruf (z.B. `(my-func 10)`) findet, der noch nicht im Cache ist (Cache Miss):
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1. Er holt den AST-Body der Zielfunktion (z.B. `(+ x x)` aus `(def my-func (fn [x] (+ x x)))`).
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2. Er instanziiert diesen Body, indem er das Wissen über die Argumenttypen (z.B. `x = stOrdinal`) anwendet.
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3. Er lässt diesen neuen, instanziierten AST-Body (`(+ <x:Ordinal> <x:Ordinal>)`) rekursiv durch die relevanten Compiler-Phasen laufen (mindestens `TypeCheck` und `Specialize`).
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4. Der `Specialize`-Pass wandelt den Body (z.B. `(+ <x:Ordinal> <x:Ordinal>)`) rekursiv in einen `IStaticCallNode` auf die RTL-Funktion `@TRtlFunctions.Add_Ordinal_Ordinal` um.
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5. Das Ergebnis (der `IStaticCallNode`, der den optimierten Body repräsentiert) wird im Cache gespeichert.
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6. Der ursprüngliche `IFunctionCallNode` `(my-func 10)` wird durch den neuen `IStaticCallNode` ersetzt.
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### 5. RTL-Erweiterung
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* `Myc.Ast.RTL.Core` wird um statisch typisierte Implementierungen (z.B. `class function Add_Ordinal_Ordinal(A, B: Int64): Int64; static;`) erweitert.
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* Die `TRtlRegistry` wird angepasst, um diese statischen Signaturen zu indizieren und als "Bootstrap" für den Monomorphisierungs-Cache bereitzustellen.
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### 6. Evaluator-Anpassung (`TEvaluatorVisitor`)
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* `VisitStaticCallNode` wird implementiert. Diese Methode ist hochoptimiert:
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1. Wertet die Argument-Nodes aus (die bereits statisch typgeprüft sind).
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2. Marshallt die `TDataValue`-Ergebnisse direkt in die erwarteten nativen Typen (z.B. `AsScalar.Value.AsInt64`).
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3. Ruft den im `IStaticCallNode` gespeicherten Funktionspointer direkt auf.
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4. Wrappt das native Ergebnis (z.B. `Int64`) zurück in ein `TDataValue`.
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* `VisitFunctionCall` behandelt nur noch den dynamischen `vkMethod`-Fallback.
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* `VisitBinaryExpression` und `VisitUnaryExpression` werden entfernt.
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### 7. Auswirkungen auf TCO (Tail Call Optimization)
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* Die TCO bleibt für `recur` und dynamische `fn`-Aufrufe (die `IFunctionCallNode` bleiben) voll funktionsfähig und erzeugt `TThunk`s.
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* Ein `IStaticCallNode` (z.B. `(Abs x)`) in einer Tail-Position wird *nicht* per TCO optimiert. Er ist per Definition keine Rekursion. Der `TEvaluatorVisitor` führt ihn direkt aus und beendet damit korrekt die Trampolin-Schleife.
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## TODO
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* `IStaticCallNode` in `Myc.Ast.Nodes` definieren und `TAst`-Factory-Methode erstellen.
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* `IAstVisitor` (und alle `TAstVisitor...`-Basisklassen) um `VisitStaticCallNode` erweitern.
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* `TBinaryExpressionNode`, `TUnaryExpressionNode` (und ihre `Visit...`-Methoden) aus allen Units (`Nodes`, `Visitor`, `Dumper`, `Evaluator`, `Lowerer`, `Json`) entfernen.
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* `TAstLowerer` aus dem Kompilierungsprozess in `TEnvironment.Compile` entfernen.
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* `Myc.Ast.RTL.Core` um statisch typisierte Funktionsvarianten für alle Operatoren und gängige Funktionen (Abs, Trunc etc.) ergänzen.
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* `TRtlRegistry` erweitern, um diese statischen Signaturen zu indizieren.
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* `TStaticSpecializer` als neuen `TAstTransformer`-Pass implementieren.
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* `TStaticSpecializer.VisitFunctionCall` mit der Logik für statische/dynamische Pfade implementieren.
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* Monomorphisierungs-Cache (Lookup und "Cache Miss"-Rekursion) im `TStaticSpecializer` implementieren.
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* `TEnvironment.Compile` aktualisieren, um den `TStaticSpecializer` anstelle des `TAstLowerer` aufzurufen.
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* `TEvaluatorVisitor.VisitStaticCallNode` für den direkten Aufruf der spezialisierten Funktionen implementieren.
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